Rückblick 2018

Am Vormittag des ersten Kongresstage fand sich Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, in Aachen ein und überzeugte mit seinem Impulsvortrag „Industriepolitik und Mobilität der Zukunft“ die Teilnehmer des Kongresses „METROPOLITAN CITIES – Designing Ecosystems for Innovation“, der vom 19. bis 20. Juli 2018 stattfand. „Unter dem Dach METROPOLITAN CITIES entwickeln die Veranstalter Rhein Ruhr City 2032 und das Cluster Smart Logistik ein nachhaltiges Zukunftskonzept. Innovationsziele werden überein gebracht mit hohen sportlichen Ambitionen. Einzelinitiativen werden gebündelt. Die Vielzahl vorhandener Sportstätten wird genutzt. Ein Konzept, das ich in dieser Form sehr begrüße“, resümiert Altmaier.

Bereits am Morgen eröffnete Michael Mronz den Kongress mit einem visionären Vortrag und erklärte: „Der technische Fortschritt ist nicht umkehrbar. Darum muss der Politik klar sein:  Wer die Aufgabe der Gestaltung verschläft, der gefährdet die Grundlagen unseres Wohlstandes. Wenn die Politik die Digitalisierung, den Glasfaserausbau und die 5G Technologie mit der gleichen Intensität diskutiert wie die Flüchtlingsthemen, dann würde ich mir um die Zukunft keine Sorgen machen.“ Eine Sondersitzung oder sogar mehrere habe Mronz zu diesen Themen bisher nicht gesehen. Dabei entschieden diese Themen mindestens genauso über die Entwicklung des Landes.

Zentral leitete den Kongress die mögliche Bewerbung der Metropolregion Rhein-Ruhr für die Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2032, die von der Rhein Ruhr City 2032-Initiative vorangetrieben wird. Bei der Bewerbung setzt dessen Gründer Mronz auf ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit. Gleichzeitig müsse die Initiative kalkulierbar für Städte, Land und Bund sein und eine sinnvolle Nachnutzung der Sportstätten und anderer Infrastruktur ermöglichen. „14 Oberbürgermeister und die Landesregierung unter Armin Laschet haben ja zur Rhein Ruhr City 2032 gesagt. Es entsteht ein neues Wir-Gefühl. Der Wert von Olympischen und Paralympischen Spielen ist, als Region zu denken. Wir wollen dieses neue Wir-Denken aus dem Sport auf die Wirtschaft und die Universitäten übertragen, um gemeinsam als Region in Zukunft stark zu sein“, so Mronz.

Mobilität gilt als maßgebliche Voraussetzung. Schließlich sollen Sportler und Besucher binnen 60 Minuten zur gewünschten Sportstätte gelangen. Wer sonst als Professor Dr. Günther Schuh, der soeben seine e.GO-Fabrik eröffnet hat, eignet sich besser, um über dieses Thema zu sprechen? Als Vertreter des Clusters Smart Logistik auf dem RWTH Aachen Campus und Institutsdirektor des FIR an der RWTH Aachen brachte er die Zielsetzung der Initiative auf den Punkt: „In den Bereichen vernetzte Mobilität, digitale Plattformen, Realisierung neuer Kooperationsformen in vernetzten Ökosystemen und Qualifikation von Experten für Berufe der Zukunft wollen wir mit METROPOLITAN CITIES Entwicklungen vorantreiben und branchenübergreifende Prototypen realisieren. Wir wollen METROPOLITAN CITIES zu einem Leuchtturmprojekt für Deutschland werden lassen“.

Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen und Schirmherr des Kongresses, freut dies ganz besonders. Er beleuchtete die politische und wirtschaftliche Relevanz von Digitalisierung und vernetzter Mobilität und begeisterte für die Idee, mit den Olympischen und Paralympischen Spielen Nordrhein-Westfalen „als ganzes Land weiter nach vorne zu bringen“. So spricht er sich dafür aus, den Wir-Gedanken in der Rhein-Ruhr-Region mit der Initiative METROPOLITAN CITIES weiter zu forcieren. „Wenn alle 14 beteiligten Städte da an einem Strang ziehen, wird die Frage ‚Wo steht das Olympiastadion‘ zweitrangig“, so Laschet. Wichtig sei für die Initiative die Sportbegeisterung, die Nachhaltigkeit und der Mehrwert, der für die Menschen bleibe – selbst wenn Olympia 2032 einen anderen Austragungsort fände. So waren die Spiele 1972 etwa dafür der Grund, dass München eines der modernsten U-Bahn-Systeme realisiert hat, dies sei ein Beispiel gelungener Nachhaltigkeit und echten Mehrwerts für die Bürgerinnen und Bürger. Und Laschet wurde direkt konkret: „Mit dem Flughafen Merzbrück hat NRW die Chance, Vorreiter beim elektrischen Fliegen zu werden – leise und emissionslos.“ Das Land stellt im Haushaltsentwurf 2019 Mittel für den Aachener Flughafen bereit.

Und auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) war auf dem Kongress vertreten. Christophe Dubi, Olympic Games Executive Director, begrüßte in seinem Vortrag die  Rhein Ruhr City Initiative und die Idee der Metropolregion. „Wenn Ihr mit Rhein Ruhr City startbereit seid, euch zu bewerben, dann sind wir es auch und gehen gemeinsam mit euch den Weg.“ Das Bewerbungs- und Vergabeverfahren hätte sich verändert und das IOC stünde bereit, potentielle Bewerber von Beginn an zu unterstützen, so Dubi.

 

Dem Eröffnungsblock schloss sich Claudia Nemat, Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG, Technologie und Innovation, an, die in ihrem Vortrag die Brücke zwischen Vision und Realität schlägt und die Komplexität des Themas mit praktischen Einblicken in die Digitalisierung des urbanen Lebensraums erdet. Die Agenda kündigt für heute und morgen weitere zahlreiche Top-Speaker der Vorstands- und CEO-Level von Unternehmen wie Allianz, Auto1, Daimler, Deutsche Post, Evonik, SAP, Schaeffler oder Vodafone an. Im weiteren Verlauf des Kongresses werden unter anderem NRWs Verkehrsminister Hendrik Wüst und Wirtschafts- und Innovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart sowie Professor Achim Kampker, Dr. Hannes Ametsreiter, Ola Källenius, Michael Knitter, Bernd Leukert und Hakan Koç als Referenten sprechen.

Venture Capital-Geber und zahlreiche Startup-Unternehmen waren vor Ort und präsentierten sich. Ein Startup-Café führt nationale und internationale Entscheider, Innovatoren und Vordenker sowie Geldgeber und Startup-Unternehmen der Branche zusammen.

Impressionen